POETRY : TAGTRÄUMER

POETRY

DU TAGTRÄUMER

Du hast gesagt ich soll einfach machen,
es einfach mal krachen lassen
mich nicht immer nur auf andere verlassen.

Du hast gesagt ich soll nicht immer so lange schlafen
früh aufstehen und mal munter in den Tag starten

Du hast gesagt ich soll mein Leben leben
das Leben lieben, die Liebe leben und mich neu verlieben
und mich dabei nicht verbiegen
um normal zu sein

Du hast gesagt ich soll einfach mal los ziehen
die Welt riechen, die Luft schmecken
und mehr als nur eine Sache neu entdecken

Du hast gesagt ich brauche keine Liebe
komme gut alleine klar
bin kein Mensch von Zweisamkeit
doch so langsam glaube ich, dass ist nicht mehr so wahr

Du hast gesagt ich würde zu wenig an mich glauben
würde mir damit viel zu viel verbauen
Ich sollte mehr an meine Träume glauben
meine Träume leben, optimistisch denken
einfach mal darauf bauen
was ich sage, was ich mache, was ich schaffe, was ich kann.

Du hast gesagt Tagträume sind gute Träume
Tagträume sind Träume an guten Tagen
Tagträume sind die Träume aus denen was entsteht
die Träume die man auslebt
nicht still steht
einfach macht und los geht
nicht groß denkt
sondern sich von alleine lenkt
die man anfassen kann, die man schmeckt und riecht und fühlt und hört die schweben
und den Inbegriff von Freiheit wiedergeben

Denn alles was Tagträume sind
sind unsere eigenen, freien, meisterlichen, verdammt guten, überragenden,
manchmal auch viel zu abstrakten Gedanken
die uns gehören
die uns gehören und wenn wir wollen auch der ganzen Welt
wenn wir wollen, dann gehören sie jedem der die Idee gefällt
frei zu sein
Man selbst zu sein. Ich zu sein. Du zu sein. Der zu sein. Die zu sein. Das zu sein.
Sich nicht für etwas zu schämen, was man gerne sein will.
Also lass deine Gedanken frei, hast du gesagt.
Sei der wer du bist, hast du gesagt.
Mach was du willst, hast du gesagt.
Make it happen, hast du gesagt.

Und jetzt bin ich ich.
Ich mach was ich will.
I make it happen.
Glaub es mir.
Ich werde schaffen. Ich werde Sachen machen
die du dir nur zu träumen wagst.
Denn fängt man einmal an dann macht man einfach weiter auch wenn du fragst
ob das noch alles so richtig ist
denn erst mal will ich leben
erst mal will ich lieben und leben und das am liebsten gleichzeitig
denn sonst hab ich das Gefühl man macht mir nur die Zeit streitig
in der ich lachen hätte können
denn ich will keine Zeit vergeuden

ich will lachen, weinen, strahlen im Sonnenschein,
ich will da sein und weg fahren,
ich will jetzt aufstehen, ich will liegen bleiben,
ich will ich sein und nicht du sein,
ich will nichts verschlafen ich will mich in den See schmeißen und Bäume umarmen
ich will mich drehen und Stopp sagen wann ich das will
ich will um die Häuser ziehn‘ und im Regen tanzen
ich will küssen und auch mal Sex haben
ich will das alles und noch viel mehr und
ich weiß was ich kann und ich weiß dann auch ich kann nicht mehr
ich will so vieles und mache wenig doch ich werde schaffen und ich werde mich irgendwann zusammen raffen.

Denn wenn ich so im Auto sitze,
aus dem Fenster starre und die Welt betrachte,
sehe ich das blau und das grün und das wirklich wahre,
ich sehe die Sonne und die Wolken und ich sehe
Leitplanken und Leitplanken und Leitplanken und
ich sitze hier und träume von den ganzen Dingen die ich will
die ganzen Dinge die ich machen will
und ich will die Augen schließen und nicht das hier und jetzt sehen
denn wenn ich aus dem Fenster schaue,
und Straßenschilder sehe,
Orte an denen man hätte hinfahren können
und Alternativen die ich mir hätte gönnen können
schaue ich lieber weg.
Schließe die Augen
und trotzdem
sehe ich das blau und das grün und das wirklich wahre
ich sehe Leitplanken und Leitplanken und Leitplanken
und ich will hier raus
ich will aus dem Auto steigen und los rennen
ich will aussteigen, weiter laufen, Dinge benennen und alle Orte kennen
denn du und ich wir wissen beide:
ich will doch so viel
und genau hier jetzt in diesem Moment muss ich ehrlich mit mir sein.

Denn soll ich dir was sagen?
Soll ich ehrlich mit Dir sein?

Ich tagträume.
Ich tagträume gerne
ich schaue ständig in die Ferne
und irgendwann, vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen
aber glaub mir irgendwann. Bald.
Werden meine Gedanken frei sein und sie werden präsent sein. Sie werden real sein. Sie werden da sein. Und vielleicht werden sie nicht die Welt verändern, aber sie werden mich verändern.
Sie werden mich und mein Leben,
mich und meine Liebe,
mich und meine ständige und immer werdende Liebe zum Leben verändern.

Und weißt du was? Ich werde verdammt viel Platz für neue schaffen.

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